Du willst eine gute Beziehung? Lerne zuzuhören. Vielen fällt es leichter, selber zu reden, manchmal sogar unabhängig davon, ob der andere zuhört. Aber es ist sehr wichtig, die Entscheidung zu treffen, dem anderen wirklich zuzuhören.

Richtig zuhören

Im Film „Avatar“ sagt Neytiri zu Sully: „Ich sehe dich.“ Ein unglaublich tiefe Aussage, mit der ich dich herausfordern will. Siehst du deinen Partner? Nimmst du ihn wirklich wahr? Hörst du solange zu, bis du ihn wirklich kennst und verstehst? Machst du dir die Mühe, dich auf die Entdeckungsreise zum Herzen deines Partners zu begeben?

Aktives Zuhören ist ein Begriff aus der Kommunikationswissenschaft. Hier geht es darum, nicht nur einfach zuzuhören, sondern aktiv, also mit eigenem Einsatz daran zu arbeiten, den anderen auch zu verstehen und das auch zu zeigen.

Aktive Zuhörer machen das deutlich durch eine zugewandte aufmerksame Körpersprache, durch bestätigende Laute und Nachfragen, „habe ich das richtig verstanden, dass…?“. Wichtig dabei ist, nicht nur sich den äußeren Anschein zu geben, dass man zuhört, sondern ein ehrliches Bedürfnis danach zu haben, den anderen wirklich zu verstehen.

Ich-Botschaften

  • „Du hast schon wieder den Toilettendeckel offen gelassen!“
  • „Du hörst mir nie zu!“
  • „Du hast ganz schön zugenommen!“…

Das klingt nach Stress, oder? Die Inhalte dieser Sätze sind sehr wichtig und es wert, besprochen zu werden, aber nicht so! Wenn Dinge nicht so laufen, wie ich das möchte (und das werden sie!), kann ich das zwar schlucken und versuchen, zu ignorieren. Das ist aber nicht die Lösung. Es ist wichtig, Schwierigkeiten anzusprechen, Missverständnisse auszuräumen, unterschiedliche Vorstellungen abzugleichen.

Hilfreich dabei sind Ich-Botschaften:

  • „Mir ist es wichtig, dass der Toilettendeckel zu ist, das sieht sonst so unappetitlich aus.“
  • „Ich fühle mich von dir manchmal nicht wahrgenommen.“
  • „Mir gefällt das nicht so, dass du zugenommen hast, können wir darüber mal reden?“

Eine Ich-Botschaft legt den Schwerpunkt auf meine eigene Wahrnehmung und lässt dem Gegenüber Raum, Dinge auch anders zu sehen. Das heißt nicht, dass der andere im Satz nicht vorkommen darf. Manchmal muss auch das konkrete Verhalten des anderen angesprochen werden.

Fragen stellen

Vielleicht denkst du, du kennst deinen Partner durch und durch. Aber sei demütig und dir der Tatsache bewusst, dass wir niemals andere Menschen hundertprozentig kennen können. Wenn du nicht davon ausgehst, schon alles zu wissen, was dein Gegenüber denkt, sagt oder fühlt, verleihst du ihm/ihr eine Würde.

Fragen zu stellen und dem anderen wirklich zuzuhören bringt zum Ausdruck: „Du bist mir wichtig, ich möchte dich wirklich verstehen!“

Aber Fragen stellen will gelernt sein. Mein Tipp: Stelle offene Fragen wie „was denkst du dazu?“ oder „wie geht es dir damit?“ anstelle von geschlossenen Fragen wie „hast du das schon erledigt?“ oder „Stimmst du mir da zu, ja oder nein?“.

Aus der Schule kennen wir sicherlich noch alle die W-Fragen. W–Fragen beginnen mit den klassischen Frageworten wo, wer, wann, wie, was, warum, weshalb. Sie sind hilfreich und wichtig für eine gute Kommunikation, wenn sie an der richtigen Stelle verwendet werden. „Warum ist dir das wichtig?“ oder „Was stört dich daran?“ können toll sein.

Wichtig ist für Beziehungen vor allem, dass das Ziel ist, den Partner mehr zu verstehen und dass nicht der Anschein erweckt wird, den anderen auszufragen oder einem Verhör zu unterziehen („Wo bist du gestern gewesen?“).

Folge mir

Christian

Hey, ich bin Christian. Lehrer für Deutsch und Kommunikation und seit Jahren glücklich verheiratet :-). Ich habe festgestellt, dass viele Menschen kaum Ahnung davon haben, wie sie gute Beziehungen leben können. Mein Wunsch ist es, dir zu zeigen, wie es geht. ES IST MÖGLICH!
Folge mir

Letzte Artikel von Christian (Alle anzeigen)